2. Krimitage Heidelberg  2.07. - 4.07. 2009

 
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Volker Klüpfel und Michael Kobr

Klüpfel & Kobr

Volker Klüpfel (36) hat viele Jahre in Altusried gewohnt. Wer dort aufwächst, verfällt für gewöhnlich der Schauspielerei mit Leib und Seele. Bei Freilichtspielen und vielen Inszenierungen im "Theaterkästle" wirkte er mit. Seine neue Leidenschaft heißt allerdings: Krimis schreiben. Klüpfel, Redakteur der überregionalen Kulturredaktion der Augsburger Allgemeinen Zeitung, studierte Politikwissenschaft, Journalistik und Geschichte in Bamberg, arbeitete bei einer Zeitung in den USA und beim Bayerischen Rundfunk. Er treibt viel Sport und fotografiert gerne.Im Hauptberuf ist Michael Kobr (35) Realschullehrer für Deutsch und Französisch. Doch wenn der gebürtige Kemptener, wohnhaft in Memmingen, am Abend alles erledigt hat, wenn er die Arbeiten seiner Schüler durchkorrigiert hat, dirigiert ihn seine zweite große Leidenschaft an den Computer. Michael Kobr ist begeisterter Krimi-Autor. Krimis haben es dem Lehrer schon seit längerem angetan. Am liebsten greift er zu Georges Simenons Fällen um Kommissar Maigret. Privat geht der Familienvater gerne zum Skifahren.
 
 
Von Klüpfel & Kobr sind bisher folgende Krimis erschienen:
"Laienspiel", "Seegrund", "Erntedank", "Milchgeld"
Mehr unter http://www.kommissar-kluftinger.de
 
Klüpfel & Kobr
werden aus "Seegrund"
lesen.

Zum Inhalt:

Die Handlung des Buches beruht auf tatsächlichen historischen Fakten. Statt Kässpatzen essen zu dürfen, muss Kluftinger nun seinen neuen Fall lösen: Am Alatsee bei Füssen macht er eine schreckliche Entdeckung - am Ufer liegt ein lebloser Taucher in einer riesigen roten Lache. Was zunächst aussieht wie Blut, entpuppt sich als eine seltene organische Substanz aus dem Bergsee. Kluftinger, der diesmal bei den Ermittlungen sehr zu seinem Mißfallen weibliche Unterstützung erhält, tappt lange im Dunklen. Der Schlüssel zur Lösung des Falles muss tief auf dem Grund des geheimnisvollen, sagenumwobenen Sees liegen. Viele scheinen etwas zu wissen, doch überall trifft der Kommissar auf eine Mauer des Schweigens ...

Weitere Informationen und Leseprobe
    
Lesung am Samstag, den 4.07.2009, um 19 Uhr im Karlstorbahnhof

Eintrittskarten-Vorverkauf
 
Sandra Lüpkes / Foto © Martin Brockhoff

Sandra Lüpkes

geboren 1971 in Göttingen, verbrachte die längste Zeit ihres Lebens auf der Nordseeinsel Juist und wohnt nun in Münster und Ostfriesland, wo sie als freie Autorin und Sängerin arbeitet. Mit ihren acht bereits erschienenen Kriminalromanen und einer Kurzgeschichtensammlung hat sie bereits eine Gesamtauflage von knapp 200.000 Exemplaren erreicht.
Mehr unter http://www.sandraluepkes.de

 

 
Von Sandra Lüpkes sind bisher folgende Krimis erschienen:

"Die Blütenfrau", "Das Sonnentau-Kind", "Die Wacholderteufel", "Halbmast", "Das Hagebuttenmädchen", "Fischer, wie tief ist das Wasser", " Der Brombeerpirat", "Die Sanddornkönigin"

 
Sandra Lükes wird aus "Halbmast" lesen, in dem die Überführung eines Luxuskreuzfahrtschiffes von seiner Werft über die Ems in die Niederlande eine große Rolle spielt.

Zum Inhalt:
Die Fotografin Carolin dokumentiert für ein Magazin die komplizierte Überführung des Luxuskreuzfahrtschiffes Poseidonna von der Werft über die Ems bis nach Holland. Die junge Frau ist begeistert über den attraktiven Auftrag, doch plötzlich verschwindet ihr Kollege Leif. Warum hat die Werftleitung kein Interesse, ihn zu finden? Keiner kann von Bord gehen - auch nicht Carolin, die sich auf eine gefährliche Suche macht...
Weitere Informationen ...

Der Artikel "Eine Werft und ihre Landschaft" aus "Neues Deutschland" vom 30.01.2009 kann als Hintergrundinformation dienen. 


Lesung am Donnerstag, den 2.07.2009, um 20 Uhr im Wein Atrium
 
Eintrittskarten-Vorverkauf
 
Karin Schickinger

Karin Schickinger

kam an einem Sonntagnachmittag im November des Jahres 1957 zur Welt, genaue Urzeit ist nicht bekannt, da die Mutter sich in Vollnarkose befand und der Vater auf dem Fußballplatz. Nachdem sie die Schulzeit mit dem Abitur beenden konnte, fühlte sie sich zur Wissenschaftlerin berufen und studierte Chemie in Freiburg. Diese Berufung sahen die Professoren nicht, gaben ihr trotzdem ein Diplom unter der strengen Auflage, sich doch besser einem Handwerk zu widmen. Also schulte sie zur KFZ-Mechanikerin um und legte ihren Schwerpunkt auf Motorradinstandsetzung. Sofort nach Erhalt des Gesellinnenbriefs heuerte sie beim Motorradmagazin MO als Volontärin an. Dort testete sie - nun mit Redakteurinstatus - jahrelang in Duschen und Badewannen Bikerbekleidung auf ihre Dichtigkeit. Derart mit allen Wassern gewaschen leistete sie sich den Luxus einer eigenen Zeitschrift, der Motorradzeitschrift für Frauen Weib on Bike , die es immerhin auf drei Ausgaben brachte. Seit zehn Jahren lebt Karin Schickinger nun wieder in Freiburg und arbeitet als freie Allzweckwaffe im Bereich Text. 2007 erschien ihr erster Krimi mit dem Titel "Blaues Gold" bei Grafit , momentan schreibt sie an einem Motorradkrimi für den Highlights-Verlag .

Mehr unter http://www.karinschickinger.de
 
Karin Schickinger
wird aus "Blaues Gold" lesen.
 
Zum Inhalt:

In der Breisgau-Metropole Freiburg erringt die Partei "Ein See für Freiburg" einen Sitz im Gemeinderat. Ihr Ziel: zwischen Kaiserstuhl und Schwarzwald eine Seenlandschaft mit Freisee, Lago di Gotico und Lake Löhl zu bauen und damit die Region zur Weltattraktion aufzuwerten. Als die Fotografin Johanna Rix im Auftrag des Parteivorsitzenden Bruno Oppels eine Bilderserie des Stadtflusses Dreisam schießt, wird auf einem der Fotos die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Wenig später ist auch Oppels tot. Johanna Rix gerät unter Verdacht, landet unfreiwillig in Beirut und freiwillig in London, um selbst den Mörder zu suchen. Kommt er aus den Reihen der Parteineider, von der Volksfront zur Befreiung des Schwarzwaldes von Touristen oder haben gar kuwaitische Investoren ihre Finger mit im Spiel? Und wer ist die alte Dame mit den blauen Haaren?
Weitere Informationen...
 
Lesung am Freitag, den 3.07.2009, um 17 Uhr im Café Burkardt
 
Eintrittskarten-Vorverkauf
 
Wolfgang Schorlau

Wolfgang Schorlau

lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet.
Mehr unter http://www.schorlau.com

Von ihm sind bisher folgende Krimis erschienen:
"Brennende Kälte", "Fremde Wasser", "Das dunkle Schweigen", "Die blaue Liste"

Wolfgang Schorlau wird am Freitag, den 3.07.2009, um 19.30 Uhr im DAI (Deutsch-Amerikanisches Institut) aus "Fremde Wasser" lesen.

Zum Inhalt:

Bevor sie ihre Rede halten kann, die wichtigste Rede ihrer Laufbahn, bricht die Bundestagsabgeordnete Angelika Schöllkopf im Plenum des Bundestages zusammen. Sie stirbt vor laufender kamera. Zwei Tage dominieren die Bilder ihres Todes die Medien, dann vergisst die Öffentlichkeit den Vorfall. Nur die Großmutter glaubt nicht an den plötzlichen Herztod. Sie beauftragt den Privatermittler Georg Dengler mit Nachforschungen. Als dieser den Fall bereits aufgeben will, heftet sich ein Killer an seine Fährte - und plötzlich befindet sich Dengler inmitten eines globalen Machtkampfes um den wichtigsten Rohstoff der Welt: Wasser.

Weitere Informationen und Leseprobe

Eintrittskarten-Vorverkauf
 
Roland Voggenauer

Roland Voggenauer

wurde 1964 im rheinischen Düren als Kind eines bayerischen Einwanderers geboren. Aufgewachsen in der nördlichen Voreifel, zog es ihn nach dem Abitur in den Chiemgau, um sich in München zeitweise dem Studium der Mathematik zu widmen. Danach kam er- wie die Jungfrau zum Kinde - zu einer Anstellung als Versicherungsmathematiker, was im Nachhinein betrachtet keine schlechte Sache gewesen sein kann, denn dieser Tätigkeit ist er bis heute treu geblieben. Genauso wie er dem Chiemgau treu geblieben ist, denn dort, wo die Berge das Wasser berühren, lebt er - mittlerweile mit Frau und drei Kindern - bis heute, und bewegt sich in dem klassischen Spannungsdreieck "Saupreiß" - "Zuagroaster" - "Preaner mit Sprachfehler". Die wenige Zeit, die ihm bleibt, verbringt er mit allerhand Aktivitäten. Das Schreiben von - bislang zwei - bayerisch angehauchten Chiemgau-Krimis ist nur eine davon.
Von ihm sind bisher folgende Krimis erschienen:
"Blut und Wasser", "Übersee"

Roland Voggenauer - unterstützt von Franz Fritz und Connie Mayer (Sprecher) und Hans Mayer (Musik) - wird aus "Blut und Wasser" lesen.

Zum Inhalt :
1869 wird die schwangere Anna Wimmer am Ufer des Langbürgner Sees Opfer eines Verbrechens. Mehr als ein Jahrhundert vergeht, ehe Matthias Staudacher durch einen Zufall im Morast des Sees auf ihre mumifizierte Leiche stößt. Der Fund ist eine Sensation und in den regionalen Medien macht die Zeitungsmeldung über eine Moorleiche die Runde. Aufgrund alter Zeitungsartikel gelingt es den Behörden recht schnell, die Identität der Toten zu bestimmen. Angetrieben von seiner Frau Sylvia beginnt Matthias Staudacher mit seinen intensiven Nachforschungen. Erst widerwillig, dann mit zunehmendem Interesse durchforstet er alte Gerichts- und Kirchenakten und rekonstruiert das Leben der Anna Wimmer und den an ihr begangenen Mord. Staudacher bezweifelt das damalige Gerichtsurteil und vermutet einen ganz anderen Täter. Als er erkennt, dass die Wahrheit eng mit seiner eigenen Familie verknüpft ist, entwickelt sich ein tragischer Konflikt...
 
Weitere Informationen...

Die Lesung findet statt am Samstag, den 4.07.2009, auf einer Fahrt an Bord der "Patria" (Rhein-Neckar-Fahrgastschifffahrt GmbH) nach Neckarsteinach und zurück.

Abfahrt
um 15 Uhr,
Anlegestelle Heidelberg Stadthalle, Untere Neckarstraße 17

Eintrittskarten-Vorverkauf
 

Hans-Joachim Heider

Hans-Joachim Heider

Am 31. Mai 1945 wurde ich im damals stark zerbombten Böblingen geboren. Kurze Zeit danach zogen wir nach Esslingen am Neckar. Dort absolvierte ich verschiedene Schulen und schloss eine Mechanikerlehre ab. Mit zwanzig ging ich als Wehrpflichtiger nach Nürnberg und Kaufbeuren. Später studierte ich in Esslingen Maschinenbau und etwas später in Saarbrücken BWL. Meine berufliche Tätigkeit führte mich in folgender Reihenfolge nach: Frankenthal, Holzminden, Mannheim, Homburg/Saar, Frankenthal. Als Projektingenieur für Anlagen der Bewässerung und Wasserversorgung war ich in verschiedenen arabischen Ländern. Bei meinem letzten Arbeitgeber arbeitete ich 25 Jahre lang. Mittlerweile habe ich Zeit, das zu machen, was ich immer machen wollte. Meine erste Erinnerung an Schriftstellerei ist, dass ich mit einer Stahlfeder auf grünes Papier schrieb. Leider ist dieses erste handwerkliche Stück verschollen. Ich bin verheiratet. Wir haben zwei Söhne. Seit 25 Jahren wohnen wir in Bexbach.

Lesung beim FINALE am Samstag, den 4.07.2009,
ab 21 Uhr im Karlstorbahnhof
 
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Walter Landin

Walter Landin

52iger Jahrgang, geboren in Dirmstein/Pfalz, lebt seit 1974 in Mannheim, Realschullehrer, VS-Mitglied, Schreiber von Prosa- und Lyriktexten sowie Texten im "Pälzer Saund".

Mehr unter http://www.landin.de

Lesung am Freitag, den 3.07.2009, um 19.30 Uhr im DAI (Deutsch-Amerikanisches Institut)
 
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Carlo Schäfer

Carlo Schäfer

1964 in Heidelberg geboren, wo er seit 1984 lebt. Arbeitete nach dem Studium als Hauptschullehrer und ist seit 2003 Dozent an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.
Mehr unter http://www.carlo-schaefer.de


Von ihm sind bisher folgende Krimis erschienen:
"Uranus Schnitz und das Michelangelo Quadrat", "Kinder und Wölfe", "Schlusslicht", "Silberrücken", "Das Opferlamm", "Der Keltenkreis", "Im falschen Licht"


Lesung beim FINALE am Samstag, den 4.07.2009,
ab 21 Uhr im Karlstorbahnhof
 
Eintrittskarten-Vorverkauf
 

"Schreibrausch"

"Schreibrausch"


Marita Bagdahn
Jahrgang 1957, freiberufliche Poesiepädagogin und Autorin

Christian Bartel
Jahrgang 1975, Autor und Satiriker, Vize-Meister des German International Poetry Slam 2005

Heidi Bermes
Jahrgang 1968, Versicherungskauffrau, Sekretärin und Autorin

Daniela Panteleit
Jahrgang 1972, Jazzsängerin und Germanistin, erster Roman in Vorbereitung

Sabine Trinkaus
Jahrgang 1969, Bilddokumentarin und Krimiautorin

Eine Gruppe von AutorInnen, die sich einmal in der Woche in einem unaufgeräumten, aber geräumigen Wohnzimmer in Bonn treffen, um ihre Texte zu besprechen und manchmal auch zusammen zu schreiben. Sie trinken dabei Wasser in Form von Tee und manchmal auch von Bier und lassen sich dergestalt von fast jedem Thema inspirieren.
Ihr Gruppendebüt "Eintausendachthundertsechsunddreißig" wurde mit dem 1. Preis des Pfungstädter Schreibwettbewerbs "Mord und Blutwurst" ausgezeichnet und ist in der gleichnamigen Anthologie erschienen.

Lesung beim FINALE am Samstag, den 4.07.2009,
ab 21 Uhr im Karlstorbahnhof
 
Eintrittskarten-Vorverkauf
 

Achim Stegmüller

Achim Stegmüller

1977 in Heidelberg geboren, aufgewachsen in St. Leon-Rot, sucht gern das Weite. Gleich nach dem Abitur machte er sich auf nach Leipzig an das Deutsche Literaturinstitut, dann nach Berlin, veröffentlichte dort ein Sachbuch über berühmte Liebesszenen der Filmgeschichte im Gustav Kiepenheuer Verlag Leipzig. Begeistert von japanischer Literatur war der Tübinger Aufbaustudiengang "Interkulturelle Japankompetenz für Hochschulabsolventen" ein Sprungbrett nach Kyoto, wo es ihm so gut gefiel, dass er dort heiratete und bisher ganze fünf Jahre in Japan blieb. Dort sind ihm auch die Kappa begegnet, in verschiedenen Gestalten, und er wollte sie schon lange einmal in heimatliche Gefilde überführen. Seit diesem Sommer nun wieder in Deutschland, offen und am Schauen, wo und wie es weitergehen soll. Veröffentlichte Lyrik und Prosa in verschiedenen Zeitschriften, und zuletzt im März 2007 die lange Erzählung "Nagaoka" in Hamburg beim Textem Verlag.

Lesung beim FINALE am Samstag, den 4.07.2009,
ab 21 Uhr im Karlstorbahnhof
 
Eintrittskarten-Vorverkauf
05.12.2009 12:00
© Stefan Schöbel
 
 
Eine Werft und ihre Landschaft

Für Kreuzfahrtschiffe soll in Ostfriesland ein Kanal gebaut werden – fordern ausgerechnet Umweltschützer

Streit in Ostfriesland: Ein, zwei Milliarden würde ein Kanal von Papenburg an die Nordsee kosten. Die Meyer-Werft könnte dann ihre Schiffe besser ausliefern. Ausgerechnet die Umweltverbände haben die Idee ins Spiel gebracht. Niedersachsen will eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben.

Von Krise ist nichts zu spüren auf der Meyer-Werft in Papenburg. Vor wenigen Tagen erst wurde mit dem Bau eines neuen Kreuzfahrtriesen begonnen; 317 Meter lang soll die »Celebrity Eclipse« werden und 37 Meter breit. 2900 Passagiere sollen an Bord einen Luxus-Kreuzfahrturlaub verleben können, wenn das Schiff in einem Jahr fertig ist. Auch in den nächsten Jahren sind die Bücher voll. Stolz kann Bernard Meyer, in sechster Generation Chef des Familienunternehmens mit 2500 Beschäftigten, erklären: »Im Jahr 2012 werden weltweit vier neue Kreuzfahrtschiffe ausgeliefert; davon bauen wir drei.« Insgesamt stünden bis 2012 derzeit zehn Kreuzfahrtschiffe in den Büchern.

Papenburg, etwa 20 Kilometer von der ostfriesischen Nordseeküste entfernt, hat eine große Werftentradition. Die Familie Meyer begann hier schon 1795 mit dem Schiffsbau, um 1920 gab es fast zwei Dutzend Werften in der kleinen Stadt. Doch überlebt hat nur die Meyer-Werft, die seit bald 30 Jahren auf die Luxusliner setzt und von der sich anbahnenden neuerlichen Werftenkrise weitgehend unbehelligt zu bleiben scheint.

Spektakel und Skandal

Abhängig ist die Werft von einem anderen Faktor: der Ems, dem flachen Flüsschen, das Papenburg mit der Nordsee verbindet. In wenigen Wochen wird es wieder zu einem der Manöver kommen, das Tausende fasziniert – und vielen Sorgen macht: der Überführung der »Aida Luna« in die See. Das Bugsieren der Riesen ist für die Schlepper eine Nervensache, für die Zuschauer ein Spektakel, für Umweltschützer ein Dauerskandal – und für die Werft eine Wachstumsbremse. Derzeit darf Meyer große Schiffe nur im Herbst und Winter ausliefern. Für die Riesen muss nämlich die Ems aufgestaut werden, weil sonst der Tiefgang nicht reicht. Das Aufstauen ist im Frühjahr und Sommer aber verboten. Ein Zugeständnis an die Umweltschützer, als eigens für die Überführungen ein Sperrwerk in Gandersum errichtet wurde.

Die Schiffbarmachung der Ems, darin sind sich Umweltschützer, Bürgerinitiativen und die Grünen im Landtag einig, ist eine gewaltige Belastung für den Fluss. »Der Sauerstoffmangel ist eklatant«, erklären WWF und BUND gemeinsam. Die Unterems habe sich »innerhalb von nur zwei Jahrzehnten« von »Deutschlands artenreichster Flussmündung zu einer in Teilen leblosen, extrem verschlickten Wasserstraße entwickelt«. Im Sinne von Umweltschutz, Tourismus und Binnenfischerei ein unhaltbarer Zustand, so auch die Landtagsgrünen in Hannover.

Dass an dieser Stelle aber die Einigkeit endet, zeigte sich am Montag im Kreishaus zu Leer. Dort trafen sich Landrat und Bürgermeister, um vor Scharen von Journalisten über einen Vorschlag zu debattieren, der in Niedersachsen derzeit für Aufruhr sorgt. Um die Ems zu retten, haben ausgerechnet die Umweltverbände WWF und BUND, ansonsten eher für das Verhindern von Großprojekten bekannt, eine Milliarden-Idee ins Spiel gebracht: Parallel zur Ems könne für die Schiffe ein breiterer und tieferer Kanal entstehen, damit der Fluss »renaturiert« werden kann.

Plan oder Finte?

Seither ist es vorbei mit dem Frieden in Ostfriesland. Auch der NABU hat sich der Kanal-Idee angeschlossen, während Initiativen wie der »Wattenrat« und die Grünen das Gegenteil fordern: Nicht die Landschaft soll sich der Weft anpassen, sondern umgekehrt: Meyer solle umziehen, am besten in die Ostfriesen-Metropole Emden.

Daraus wird nichts, unterstrich am Montag Hermann Bröring, der Landrat von Leer. Wer einen Umzug fordere, treibe Meyer ins Ausland. Auch der Landrat von Leer, Bernhard Bramlage, kann dem Projekt viel abgewinnen; er träumt von der »großen Lösung«, den Kanal über Papenburg hinaus bis zum Küstenkanal zu verlängern und so einen Anschluss zum Jade-Weser Port bei Bremerhaven herzustellen. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat sich bereits für eine Machbarkeitsstudie ausgesprochen, SPD-Bundestagsmann Garrelt Duin das Einverständnis des Verkehrsministeriums signalisiert.

Nur Stefan Wenzel gibt noch den einsamen Mahner. Der Grünen-Fraktionschef hält die Idee für ein abgekartetes Spiel: Die Studie sei ein Täuschungsmanöver, mit dem die Öffentlichkeit vorbereiten werden solle auf eine weitere Zurichtung der Ems selbst zu einem Meyer-Kanal. Billiger wäre das wahrscheinlich.


Quelle: "Neues Deutschland - Sozialistische Tageszeitung" vom 30.01.2009
ww.neues-deutschland.de/artikel/143003.eine-werft-und-ihre-landschaft.html?sstr=



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